Ein Handy mit dem bloßen Auge steuern, geht das tatsächlich oder doch nur Science-Fiction? US-Wissenschaftler haben eine Software entwickelt, mit der genau dies möglich ist. Möglich machts die Software “EyePhone”, entwickelt von der “Mobile Sensing Group” am Dartmouth College in Hanover/New Hampshire.
Wichtigstes Utensil für “EyePhone” ist eine integrierte Handy-Kamera. Sie erfasst Augenbewegungen sowie das Zwinkern des Nutzers und setzt sie in entsprechende Befehle um. Problem: anders als etwa PC-Anwender sitzen Handy-Anwender nicht still vor einer fest installierten Kamera. Außerdem kann sich die Hintergrundbeleuchtung ständig ändern. Die “EyePhone”-Entwickler mussten deshalb spezielle Algorithmen programmieren, damit die Software sauber zwischen den Anwender-Gesten und anderen Bewegungen unterscheiden kann. Auch wichtig: damit die Software nicht jedes Augenzwinkern als Befehl interpretiert, lernt sie im Laufe der Zeit, zwischen absichtlichem und natürlichem Zwinkern zu unterscheiden.
Mittlerweile erreicht der Prototyp eine Genauigkeit von 60-80%. Verbesserte Algorithmen sollen die Erkennung noch weiter verbessern. Für die Zukunft gibt es bereits weitergehende Pläne. So soll die “EyePhone” auch einmal dazu dienen, Autofahrer vor dem Einschlafen am Steuer zu bewahren. Derartige Warnsysteme gibt es zwar schon, sie finden sich bisher aber nur in teuren Luxusfahrzeugen. Mit “EyePhone” und einem erschwinglichen Mobiltelefon inkl. Handyhalterung ließe sich die nützliche Fahrhilfe für wenig Geld – und ohne umständliche Installation – dagegen auch in Kleinwagen einsetzen, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen.
