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Sie sind derzeit in aller Mund und definieren den Begriff “Mobilität” komplett neu. Die Rede ist von Smartphones. Gab man sich früher noch mit einem Mobiltelefon zufrieden, dass kaum leichter als ein mittelgroßer Stein, so wächst momentan das Verlangen nach immer mehr Funktionen, besserem Design und geringerem Gewicht. Aber was macht den Reiz eines Smartphone aus? Warum gilt es in unserer heutigen Gesellschaft als in, ein solches Gerät zu besitzen?
Die grundlegenden Veränderungen und Verbesserungen vom “normalen” Mobilfunkgerät zum Smartphone oder PDA liegen auf der Hand. Es handelt sich nicht mehr um ein Handy, sondern um einen Alleskönner. Unterwegs Musik hören – kein Problem, die neusten Nachrichten als Erster erfahren – ebenfalls machbar, an der Bushaltestelle die Wartezeit durch eine Partie Tetris verkürzen – auch das ist möglich. Die Smartphones prägen den Begriff Mobilität also neu. Was jedoch immer weiter in den Hintergrund rückt, das ist die eigentliche Aufgabe eines SmartPHONES: Das Telefonieren. Nur ein Bruchteil der Besitzer nutzen ausschließlich die Telefonieund SMS-Funktion. Das Geschäft mit zusätzlichen Anwendungen, die sich leicht auf dem jeweiligen Gerät installieren lassen, boomt. Kürzlich hat ein großer namhafter Hersteller die Grenze von 10 Milliarden heruntergeladener Applikationen geknackt.
Es gibt durchaus interessante Möglichkeiten, die ein Smartphone, ausgenommen der üblichen Funktionen (sprich Telefonieren und SMS), bietet. So setzt sich derzeit vor allem in den USA die sogenannte “Augmented Reality”, übersetzt soviel wie “Erweiterte Realität” durch. Dabei wird das tatsächliche Umfeld gescannt und mit der virtuellen Realität, wie beispielsweise Informationen aus dem Internet, kombiniert, um dem Nutzer beispielsweise die Orientierung in einer fremden Umgebung zu erleichtern. Diese Technik ist jedoch bei Weitem noch nicht ausgereizt, bietet aber dennoch ein durchaus großes Potenzial.
Es lässt sich also festhalten, dass viele Nutzer sich so sehr an ihr Smartphone oder ihren PDA gewöhnt haben, dass ein Downgrade auf ein älteres Gerät nicht mehr vorstellbar ist. Für Unternehmer stellt die Kalender- und die eMail-Funktion eine deutliche Erleichterung dar und Musikliebhaber könnten mit ihrem Smartphone mehrere Wochen, wenn nicht gar Monate, Musik konsumieren (eine ausreichende Stromversorgung vorausgesetzt).
Nach Angaben des Branchenverbandes BITKOM werden die deutschen Smartphone-Anwender im Jahr 2010 voraussichtlich 755 Millionen Apps auf ihre Mobiltelefone laden. Dies entspräche einem Anstieg von 78 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Im ersten Halbjahr 2010 wurden demzufolge in Deutschland 346 Millionen der kleinen Zusatzanwendungen heruntergeladen. Weltweit stieg die Zahl der App-Downloads im ersten Halbjahr 2010 auf rund 3,9 Milliarden. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2009 waren es noch 3,1 Milliarden.
Aktuell würden weltweit derzeit rund 500.000 unterschiedliche Apps angeboten. Mit Abstand größter App-Markt ist der Apple App Store, gefolgt vom Android Market, dem Nokia Ovi Store und der Blackberry App World. Viele der angebotenen Handy-Applikationen sind kostenlos, der Durchschnittspreis der kostenpflichtigen Apps liegt aktuell bei 2,82 Euro.
Weltweit belief sich der Umsatz mit Apps in der ersten Jahreshälfte auf rund 1,7 Milliarden Euro. Das sind 400 Millionen Euro mehr als im gesamten Jahr 2009, als 1,3 Milliarden Euro eingenommen wurden. In Deutschland wurden im ersten Halbjahr rund 157 Millionen Euro mit Apps umgesetzt. Für das Gesamtjahr 2010 rechnet der Branchenverband BITKOM mit einem Umsatz von 343 Millionen Euro. Deutschland käme damit auf einen Anteil von 8 Prozent am Weltmarkt.
Für die Software-Branche entstand mit dem App-Markt ein völlig neues Segment, das bisher überwiegend von kleineren IT-Firmen und selbständigen Entwicklern geprägt ist.

